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24h Nürburgring 2024

von | 2. Juni 2024

Das 52. 24h-Rennen am Nürburgring stand ganz im Zeichen des berühmten „Eifelwetters“. Während Temperaturen unter 20°C Ende Mai und ein kräftiger Schauer im ersten Qualifying am Donnerstag außer matschigen Parkplätzen keinen weiteren Einfluss auf das Renngeschehen hatten, drückte Petrus dem Rennen dennoch nachhaltig seinen Stempel auf.

Die 127 Teilnehmer fuhren bei gemischten, aber größtenteils trockenen Bedingungen auf dem GP-Kurs in die Startaufstellung, in deren Verlauf jedoch Regenschauer im Bereich Hohe Acht hereinzogen. Während der Einführungsrunde bemerkten einige Piloten, darunter Polesitter Daniel Harper, dass Slicks doch die falsche Wahl waren und der Brite folgte dem Führungsfahrzeug in die Box, um Michelins „Drying Wet“ für gemischte Bedingungen aufzufassen.

© 24h-rennen.de

In der dritten Rennstunde dann eine Schrecksekunde an der Antoniusbuche, als vier SP9-Fahrzeuge nebeneinander fahren. Völlig unbeteiligt rechts außen ist der Frikadelli Ferrari #1, daneben Feller im Scherer Sport PHX Audi #15, der Schiller im GetSpeed AMG #130 in Vincent Kolb im Herberth Porsche #5 drückt, welcher sich daraufhin mehrmals dreht, aber nur leicht in die Leitplanke einschlägt. Die Reparatur kostet eine Runde und auch der GetSpeed AMG muss mit einem Reifenschaden in die Box.

Zu Beginn der vierten Stunde reißt eine heftige Kollision den führenden Rowe Racing BMW #99 aus dem Rennen. Sheldon van der Linde will in der Kompression der Fuchsröhre an zwei Fahrzeugen aus den kleineren Klassen vorbei. Dabei wird er von Alesia Kreutzpointner im Porsche Cayman #420 übersehen, die ihrerseits den BMW #507 überholen will. SVDL bekommt einen Treffer aufs linke Hinterrad und dreht sich in den unbeteiligten BMW, der neben einem heftigen Einschlag in die Leitplanke noch eine zweifache Rolle in der Luft absolviert, bevor er auf den Rädern zum Stehen kommt. Alle drei Piloten können unverletzt aussteigen. Die Rennleitung sieht die Schuld bei der Fahrerin des Cayman, die neben einer Geldstrafe von 1500 € auch Ihre Nordschleifen-Permit abgeben muss.

Am späteren Abend ziehen dann wieder Regenschauer herein, während ein Großteil des Feldes auf Regenreifen wechselt, versucht es Laurens Vanthoor im Manthey EMA Porsche #911 zunächst weiterhin auf Slicks, nach vier Runden beendet man diesen Gamble jedoch angesichts des Zeitverlusts. Was noch keiner ahnt: Die vier Runden sollten später noch wichtig sein.

Gegen 23 Uhr verschlechtern sich die Sichtbedingungen durch Nebel zunehmend. Christopher Mies ist als Leihgabe von Ford im Scherer Sport PHX #16 in einem fantastischen Duell mit Dan Harper im RMG BMW #72 und kann sich letztlich durchsetzen. Gerade als der Brite seinen BMW M4 GT3 dann in die Box abbiegt, wird das Rennen mit der Roten Flagge unterbrochen. Der Nebel ist zu dicht, teilweise besteht keine Sichtverbindung mehr zwischen den Streckenposten.

Zum Zeitpunkt des Abbruchs führt Scherer vor RMG und Manthey.

Der Stand zum Zeitpunkt des Abbruchs: Results after Red Flag

Die Rennleitung kündigt ein erstes Update für 7 Uhr am Sonntagmorgen an, doch die Wetterbedingungen sind nach wie vor zu schlecht. Auch um 8 Uhr keine Besserung, um 09:30 schickt man die Fahrzeuge dann zumindest in die Startaufstellung. Und hier kommen die vier Runden von Manthey am Vorabend zum Tragen. Es werden die Mindeststandzeiten des Stints zum Zeitpunkt des Abbruchs aufaddiert und so schiebt sich der „Grello“ mit 116 Sekunden Standzeit am BMW von Harper mit einem vollen Stint und 176 Sekunden Standzeit vorbei.

© 24h-rennen.de

Update um Update vergeht ohne Veränderung, bis es letztlich heißt, man wolle um 13:30 Uhr fünf Runden hinter dem Safety Car absolvieren und dann eine weitere Entscheidung treffen.

Einige Teams, darunter Rowe Racing mit der verbliebenen #98, kommen während der SC-Phase zum Nachtanken in die Box, um quasi zwei Fliegen mit einer Klappe zu erschlagen. Genügend Sprit an Bord, um im (unwahrscheinlichen) Fall eines Restarts ohne Boxenstop ins Ziel zu kommen, oder eine kürzere Mindeststandzeit beim zu erwartenden neuerlichen Abbruch.

Doch die Rennleitung beendet das Rennen um 15:05 Uhr nicht mit der Roten Flagge, sondern zeigt das schwarz/weiß karierte Tuch und erspart allen Beteiligten weitere 55 Minuten des Wartens.

Somit geht der Gesamtsieg an Scherer Sport PHX mit ihrem Audi R8 LMS GT3 evo II und dem Quartett Frank Stippler, Christopher Mies, Ricardo Feller und Dennis Marschall. Während Mies und Stippler ihren jeweils dritten Sieg feiern, ist es der erste Erfolg für Feller und Marschall.

Rang zwei geht an Manthey EMA mit L. Vanthoor/Preining/Estre/Güven gefolgt von BMW M Team RMG mit Harper/Hesse/Weerts.

Das provisorische Endergebnis: Race Result provisional

Da Scherer nicht an der IGTC teilnimmt, lässt sich Manthey die (halben) Punkte für den Sieg gutschreiben.

Die schnellste Runde des Rennens geht an Frikadelli Racing mit einer 8:12.460.

Die Ergebnisse bleiben zunächst provisiorisch, da ein Protest von Rowe Racing gegen die Wertung abgelehnt wird und man in Berufung gehen wird. Gemäß §36.1 wird das Rennen nach Ablauf von 24h mit der Zielflagge beendet. Man hätte das Rennen nach Ansicht von Rowe also erneut unterbrechen müssen, womit wieder die Boxenstopzeiten zum Tragen gekommen wären.

Über den Autor

Thomas Roth

Thomas Roth

Seit frühester Kindheit mit dem Motorsportvirus infiziert und seit 1998 mit Spiegelreflexkamera an den Rennstrecken unterwegs. Von 2006-2009 und 2018-2022 als Fotograf und Editor für GT-Eins.de im Einsatz und nun mit doublestintmedia.com auf eigenen Beinen.

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