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CrowdStrike 24 Hours of Spa

von | 29. Juni 2024

2024 markiert das 100-jährige Jubiläum der 24h von Spa – offiziell CrowdStrike 24 Hours of Spa genannt. Am Mittwoch führt die Parade erstmals über den alten, 14km langen Kurs. Hier einige Impressionen aus der berühmten und berüchtigten Masta Kurve unseres Fotografen.

Um 11:20 Uhr am Donnerstag stehen den Teilnehmern 90 Minuten freies Training zur Verfügung. Am Ende der Session steht Mercedes AMG Team MANN FILTER (Winward Racing) mit der #48 an der Spitze, hier hat Lukas Auer mit einer 2:15.2min ein erstes Ausrufezeichen gesetzt. Es folgen Schumacher CLRT mit dem Porsche 911 GT3 R (Güven/Heinrich/Boccolacci) und M-AMG Team GetSpeed mit Stolz/Engel/Schiller. Insgesamt liegen 34 der 66 Fahrzeuge innerhalb einer Sekunde!

Results: Free Practice

Am Nachmittag steht das einstündige Pre-Qualifying an, welches bedeutungslos ist, solange das Qualifying am Abend durchgeführt wird. Hier steht am Ende der Audi #111 aus dem Gold Cup von CS Racing ganz vorne. Arthur Rougier lässt sich eine 2:15.3min notieren. Dahinter folgen WRT #32 und GRT #163. Auch dieses mal sind über 30 Fahrzeuge innerhalb einer Sekunde.

Der Porsche 911 GT3 R #23 von Phantom Global Racing blieb im freien Training noch in der Garage, nun setzt Thomas Preining eine konkurrenzfähige Zeit und platziert den Elfer auf P34.

Am Abend gehen die Teilnehmer des 24h-Rennens dann ins Qualifying. In der viergeteilten Session stehen jedem Fahrer 15 Minuten zur Verfügung, die Durchschnittszeit der Piloten entscheidet dann über den Einzug in die Superpole und legt die Startaufstellung für die Plätze ab Rang 21 fest.

46 Tausendstel sind es letztlich, die das GRT Grasser Racing Team Rang 1 sichert. Jordan Pepper brennt im letzten Abschnitt eine 2:14.903 in den Asphalt und ist damit neben Vincent Abril der einzige Pilot unter 2:15min.

Team WRT verfehlt mit beiden Fahrzeugen den Einzug in die Superpole. Der #46 fehlen als 21. gerade einmal 0.072 sec, die #32 rangiert zwei Plätze dahinter.

Der Start erfolgt pünktlich um 16:30 Uhr. Alles geht glatt und der Polesitter, der GRT Lambo #163 mit Franck Perera am Volant, geht in Führung.
Die Freude währt nicht lange. Lucas Auer im Mercedes-AMG #48 findet einen Weg vorbei an Perera und übernimmt die Spitze.
Hinter Perera folgen Rovera im AF Corse Ferrari #51, van Berlo im Audi #88, Stolz im AMG #2, Pla im Audi #25, Götz im Mercedes #9, Abril im Ferrari #71, Maini im HRT Mercedes #77 und Kirchhöfer im McLaren #188 auf P10.

Das Rennen ist auch nach den ersten Boxenstopps weiter in einem relativ ruhigen Flow.
Nach der ersten Rennstunde hat sich an der Spitze nicht viel geändert.
Auer führt jetzt vor Rigon im Ferrari #51, dann Stolz #2, Perera #163, Magnus #25, van Berlo #88, Drouet #9, Maini #77, Baumann #777 und Thiim #7.

Nach rund 90 Minuten dann Drama an der Spitze. Lucas Auer handelt sich in Stavelot einen Reifenschaden ein, Davide Rigon übernimmt damit die Spitze.

Auer bringt den AMG zügig, aber unbeschädigt in die Box, Maro Engel übernimmt. Für den MANN FILTER AMG GT geht es bis in die 50er-Ränge zurück. Während Engel sich wieder durchs Feld kämpft, gibt AMG bekannt, dass man sich Carbonteile eingefahren hatte.

Nach 105 Minuten bringt Rigon den AF Corse Ferrari zum zweiten regulären Pitstop und mit ihm ein Großteil des Feldes.
Für Rutronik geht es mit der #97 nicht mehr weiter, nachdem Blattner Kontakt mit einem anderen Fahrzeug hatte, sind Getriebe und Auspuff beschädigt.

Nach zwei Stunden führt AF Corse #51 nun mit Pier-Guidi am Steuer vor M-AMG Team Getspeed #2 mit Fabian Schiller und Sainteloc #25 mit Ugo de Wilde. Patrese im Tresor Audi #88 folgt auf Vier und Ross Gunn im Walkenhorst Aston Martin #34 komplettiert die Top 5.

Immer weiter nach vorne geht es für die Mamba mit Maro Engel – nach 2:15 h ist der Anschluss an die Top10 wieder hergestellt. Beim Grasser Racing Team gab es Probleme mit der Betankungsanlage, so dass man bis auf Rang 45 zurückgefallen ist, da der Sprit nicht schnell genug ins Auto floss. Man scheint jetzt aber eine Lösung gefunden zu haben, der letzte Stop war in den avisieren zwei Minuten erledigt.

Nach 3 Stunden und 67 gefahrenen Runden, lautet die Reihenfolge, unter SC, wie folgt:
Der Ferrari #51 von AF Corse mit Alessio Rovera führt vor Dem Mercedes #2 mit Fabian Schiller. Dritter ist Jim Platz im Sainteloc Audi #25 und Mattia Drudi im Aston Martin #7 ist Vierter. Dann #34, #88, #9, #71, #96 und #777 auf P10.

Leichter Regen hat eingesetzt. Kurz nachdem das SC wieder in der Box ist, gibt es die nächsten Crashs und erneut haben wir FCY. #92, Mathieu Jaminet und #77, Michele Beretta, drehen sich in T6 ins Kiesbett.
Der Lambo #63, Andrea Calderelli, kommt ohne Fronthaube an die Box. Der Kühler ist beschädigt und verliert Kühlflüssigkeit.
Nach beendeter FCY kommt das anschließende obligatorische SC nach Runde 71 wieder rein. Das Rennen geht weiter. Und auch der ROWE BMW mit der #98 steht in der Box.

Der Polesetter mit der #163, in den Händen von Marco Mapelli, ist bis auf P44 zurückgefallen, dreht aber aktuell die schnellste Rennrunde.
Dann dreht sich die #78, der Barwell Motorsport Lambo mit Till Bechtolsheimer nach einer Kollision mit James Kell #3, in den Kies. Gelb in Sektor 2, gefolgt von der nächsten FCY. Wieder kommt am Ende der Phase das SC nach Runde 77 rein und die Jagd geht weiter.

Wie sollte es anders sein. Nach nur zwei Runden die nächste FCY.  Der Ferrari von Rinaldi Racing #333 kollidiert auf dem Bergabstück nach La Source mit ComToYou #12 und bleibt ohne Vortrieb stehen. Trotz doppelt gelber Flagge fahren einige Fahrzeuge viel zu schnell an der Unfallstelle vorbei, bis sich #61 im letzten Moment noch für die andere Seite entscheiden will und den Ferrari ungebremst trifft.

Zwischenzeitlich muss Marvin Dienst den Dynamic GT Porsche #54 mit einem Defekt an der Box abstellen.

Nach etwas über vier Stunden dreht sich Patrick Pilet im HubAuto Porsche 911 GT3 R in Eau Rouge. Offensichtlich hat die linke Hinterradaufhängung versagt. Der Franzose schleppt den waidwunden Porsche zurück an die Box. Derweil liegt zwar stetig Regen in der Luft, aber es bleibt bis auf ein paar Tropfen trocken.

Nach 4:15h die nächste FCY. Sven Müller verbremst sich in Eau Rouge und nimmt Laurin Heinrich im Porsche #22 aufs Korn. Heinrich muss auf Start/Ziel abstellen. Schumacher CLRT zieht die #22 dann auch gleich zurück. Die FCY mit Wave-By und SC nimmt insgesamt gut eine halbe Stunde in Anspruch.

Beim Restart führt der im Bronze Cup genannte Garage59 McLaren #188 mit Adam Smalley vor Valentino Rossi, dahinter liegt Patric Niederhauser im Rutronik Racing Porsche und versucht die verlorene Runde zurückzugewinnen. Kurz darauf kommt Smalleys vermeintlich zum regulären Stop in die Box, aber die Bremsscheibe vorne war gebrochen und wurde flugs getauscht.

Gerade als das Rennen wieder in einem Rhythmus kommt, parkt Moncini den Tresor Audi #88 unter tatkräftiger Mithilfe eines Konkurrenten im Kies. Klaus Bachler im PureRxcing #911 muss dabei durch den Kies ausweichen. Und wieder FCY – in den Boxen legt man zwar schon mal Regenreifen parat, aber noch ist es nicht feucht genug. Moncini wird derweil vom Manitou wieder auf festen Boden gesetzt und kann weiterfahren.

Wir sind in der 114. Runde und das SC geht nach links, um rechts überholt werden zu können, natürlich nur von Fahrzeugen, die die Berechtigung dazu haben.
Am Ende der 116. Runde wird das Safety car wieder reinkommen und das Rennen weitergehen. Aber zu viel erwartet. Martin Konrad setzt den Mercedes #888 in Eau Rouge in den Reifenstapel. SC!
Dieses Rennen ist langsam schwerer zu ertragen, als ein Coitus interruptus!
… und der nächste Versuch. Das SC soll nach der 120. Runde endlich wieder von der Strecke. Mal sehen …
Tatsächlich, das Rennen läuft wieder. Ein Viertel der Zeit ist abgelaufen und die aktuelle Reihenfolge lautet: #7 Sorensen, #9 Götz, #99 Feller, #93 Froggatt, #51 Rigon, #23 Evans, #998 Farfus, #21 Dejonghe, #52 Bertolini und #48 Auer auf P10.

 

Wir haben die Gnade erfahren, eine halbe Stunde ungestörtes Racing zu genießen. Dann beginnt es wie aus Kübeln zu regnen. Sechseinhalb Stunden von 24 sind zurückgelegt.
Und es gibt erneut FCY, weil ein McLaren in Malmedy im Kies steht, als man dann das SC wie üblich vor das Feld setzt, ist sogar eine kleine “Bugwelle” auf der Kemmel zu erkennen. Dries Vanthoor sagt am Funk, es sei sehr sehr nass, gebe aber noch keine Pfützen. Nur die Sicht sei schon bei 80km/h hinter dem SC nicht ideal. Luca Stolz findet die Bedingungen unmöglich um Rennen zu fahren – und das sieht nun auch die Rennleitung so. “SC bleibt auf der Strecke wegen Wetterbedingungen” steht um 23:43 Uhr auf dem Zeitnahmemonitor.

Nach 7 Stunden führt PureRxcing Porsche #911 derzeit mit Joel Sturm am Steuer vor Boutsen VDS #9 mit Maximilian Götz und der Jubiläums- #130 mit Daniel Juncadella. Ricardo Feller bekommt auf Rang 5 liegend die Spiegeleiflagge. Das Regenlicht funktioniert nicht.

Gähn!!! Nach achteinhalb Stunden nix Neues. Das Feld dreht weiter seine Runden hinter dem Safety car. Aufgrund diverser Boxenstopps lautet die Reihenfolge aktuell: #34 Pittard, #99 Aka, #66 Nesov, #71 Vidales, #60 Al Khalifa, #777 Al Zubair, #3 Bartone, #998 Harper, #911 Bachler und #25 Evrard auf P10.

Further information in an hour … or so.

Es ist kaum zu glauben. Seit etwa 20 Minuten steht das SC wieder an der Box und man höre und staune, es hat bisher nicht wieder gekracht. Das Rennen läuft! An der Spitze hat Klaus Bachler ganz schön angegast und dem Führenden Dan Harper im Junioren BMW kräftig eingeheizt. Phasenweise ist er mehr als drei Sekunden pro Runde schneller als der Engländer. Doch dann muss er zum planmäßigen Stopp an die Box und fällt von P2 auf P18 zurück. Auch der ROWE BMW stoppt und Max Hesse übernimmt das Lenkrad von Harper. Wegen eines kurzen Ausflugs in den Kies verliert der junge Deutsche mehrere Positionen und findet sich am Ende der Runde hinter Bachler (P15) auf P19 wieder. Und dann setzt van Berlo den Audi #88 in den Reifenstapel in T12 und es gibt zunächst gelbe Flaggen in Sektor 2. Gefolgt, natürlich, von der nächsten FCY. Die folgenden Stopps mischen das Feld erneut durch.

Es ist 2:30 Uhr, das Rennen ist mittlerweile 10 Stunden alt und das SC ist auf der Strecke. Die aktuelle Reihenfolge heißt: #92 Jaminet, #2 Stolz, #911 Bachler, #998 Hesse, #46 Marciello, #48 Morad, #32 Weerts, #35 Leroux, #163 Mapelli und #10 Baud auf P10.

Nach Runde 180 soll das Rennen weitergehen. 36 Autos liegen noch immer in der selben Runde. Und Restart! Gleich drauf folgt eine Drive Through für Max Hesse in der #998 wegen Überfahrens der roten Ampel an der Boxenausfahrt. Mattia Drudi setzt sich beim Anbremsen der Bus-Stop sehenswert auf der Außenbahn gegen Landsmann Marco Mapelli durch.

Runde 186 und wir haben die nächste FCY. Basz dreht sich in Pif-Paf (MadPanda #90) und steckt im Kies. Wenigstens bleibt uns das Wave-By Prozedere erspart. Die FCY nutzen nun einige Fahrzeuge zum Boxenstop, bei SSR fasst Jaminet Slicks auf. Nach vier Runden Neutralisation geht es unter Grün weiter und die #92 beendet den Feldversuch gleich wieder, da aus dem Nichts wieder Regen aufgezogen ist. Auch bei PureRxcing hat man sich nun verzockt, Klaus Bachler ist chancenlos und verliert nochmal mehr Zeit, da man eine Runde länger als SSR wartet.

11 Stunden sind nun absolviert: Es führt WRT #32 vor GetSpeed #3 und Tresor Attempto Racing #66. Auf Rang vier folgt das Schwesterfahrzeug mit der #99 und Walkenhorst Motorsport #35. Durch die vielen – teils langen – Unterbrechungen finden sich gerade einmal zwei Pro-Autos in den Top 10, der Rest wird von Silver und Bronze Cup Fahrzeugen belegt!

Eine Viertelstunde vor Rennhälfte liegt Mathieu Jaminet im Porsche #92 vor Sheldon van der Linde im BMW #32, Alessio Rovera im Ferrari #51, Luca Stolz im Mercedes #2, Joel Sturm im Porsche #911, Max Hofer im Audi #66 und Jordan Lee Pepper im Aston Martin #7.
Dann erneut, vier Minuten vor dem Ablauf der Hälfte des Rennens, vergräbt Chandler Hull den Ferrari mit der #74, nach einem Kontakt mit Jop Rappange im Porsche #55, im Kies von T12 und sorgt so für die nächste FCY. SVDL führt unterdessen im BMW #32, vor Christopher Haase im Audi #99, Tommaso Mosca im Ferrari #52, Max Hofer im Audi #66 und Mattia Drudi im Aston Martin #7.

Am Ende von Runde 220 soll das SC wieder reinkommen. Wir werden sehen … Das Rennen läuft wieder, aber nicht so furchtbar lange. In La Source sind sich Lucas Auer #48, David Vidales #71 und Lilou Wadoux #93, nicht einig und der Österreicher wird umgedreht und steht am Kurvenausgang. Dreimal darf geraten werden. Richtig! FCY – die Fünfundzwanzigmillionste! Es nervt einfach nur noch!

Nach Runde 228 soll es weitergehen. … um nur fünf Runden später in der nächsten FCY zu münden! Der Walkenhorst Aston Martin #36 mit Mex Jansen landet in T3 im Reifenstapel. Und natürlich gibt es auch das nächste SC.
Die Rennuhr zeigt noch 10 Stunden und 52 Minuten und die Reihenfolge lautet: #52, #7, #32, #99, #51, #66, #163, #2, #23 und #93 auf P10. Unterdessen erhält der Führende Sheldon van der Linde eine 30 Sekunden Time penalty wegen eines Verstoßes während der FCY.
Nach Runde 240 ordert man das SC wieder rein.

Um sieben Uhr am Sonntagmorgen, noch neuneinhalb Stunden verbleiben, liegt der BMW #998 des Junior Teams in Führung. Augusto Farfus sitzt im Auto, kommt aber kurz darauf an die Box und übergibt an Dan Harper. Dies bedeutet dann auch den Verlust von P1. Normalerweise wäre Julien Andlauer im Porsche #96 der Nutznießer gewesen, aber auch kommt zum Stopp rein. So ist es am Ende der Polesitter, Franck Perera im GRT Huracán #163, der vor Klaus Bachler im Porsche #911 das Feld anführt. Dritte und Vierte sind die beiden WRT BMW M4 mit Maxime Martin #46 und Dries Vanthoor #32.

Nach 15 Stunden führt Bachler, jetzt vor Perera, Martin, Vanthoor und Thiim im Aston #7. Ich möchte es nicht verschreien, aber endlich einmal wieder eine etwas längere Phase Racing, ohne ständige Unterbrechungen durch die nächste FCY oder SC.
In der 16. Stunde erneut FCY und so weiter und so weiter … Der WRT BMW #30 mit Calan Williams beklagt einen totalen Leistungsverlust. Man vermutet ein Motorproblem. Der Restart wird nach Runde 304 vollzogen. Das Rennen läuft wieder.

Aber wieder nur kurz. Joel Sturm im Pure Rxcing Porsche #911 haut es in Blanchimont voll geradeaus in die Reifenstapel. Das Fahrzeug überschlägt sich einmal und kommt wieder auf den Rädern zum Stehen. Der Fahrer klettert raus und scheint ok.

Wer hätte es gedacht, FCY! Nach dem obligatorischen SC, geht die Hatz nach Runde 312 weiter. Für wie lange? Who knows?! Und weiter geht’s … Die Positionen an der Spitze lauten gut sechseinhalb Stunden vor Rennende so: Marciello #46, Chaves #34, Hesse #998, Weerts #32 und Rovera #51. Und schon wieder FCY.

Undes geht bereits wieder weiter. Grund für die Störung war ein Dreher des Barwell Lamborghini, der sich in Pouhon gedreht hatte. Jetzt wird Raffaele Marciello mächtig von Max Hesse unter Druck gesetzt. Es geht um die Führung!
Dahinter Rovera, Drudi und Weerts.

Das letzte Rennviertel bricht an und die Track Limit Warnings werden ein letztes Mal zurückgesetzt. So langsam lohnt sich auch ein Blick auf die Stintzeiten. Chaves bzw. Walkenhorst #34 ist im falschen Rhythmus und wird bei 5:40 h Restfahrzeit die Führung abgeben müssen. Dahinter sieht es bei Rowe #998, Comtoyou #007 und AF Corse #51 schon passender aus.

Die Uhr zeigt 11 Uhr und ganz langsam und vorsichtig blickt die Sonne hindurch. Wer etwas zu melden haben will, fährt nun tiefe 18er oder gar hohe 17er Zeiten. Farfus #998 hat Sörensen #007 im Genick im Kampf um die Spitze und Rovera liegt auch nur zwei Sekunden hinter dem Comtoyou Aston. Tollen Motorsport bieten auch die beiden Porsche von Rutronik Racing und SSR/Herberth mit Patric Niederhauser und Mathieu Jaminet. Der Schweizer kann sich rundenlang behaupten, bevor Jaminet einen Run aus La Source auf Niederhauser hat, dieser sich abermals behaupten kann. Bockstark außen in Eau Rouge!

Mit genau 5 Stunden Restfahrzeit gibt es abermals eine FCY. Auslöser ist John Hartshorne im Kessel Racing Ferrari, der ausgangs Rivage das Heck verliert und in die Mauer einschlägt. Beim Boxenstop hält sich Farfus knapp vor Sörensen, der Restart wird am Ende von Runde 363 erfolgen. Max Hofer will an Jef Machiels vorbei, doch der Ferrari ist in Les Combes noch innen daneben. Zwei Plätze sind für den Tresor Attempto Audi zum Teufel. Die Runde darauf an der fast gleichen Stelle eine Kollision mit Valentino Rossi und  Nicolò Rosi im zweiten Kessel Ferrari, unbeteiligt mitgerissen wird Walkenhorst #35. Die nächste FCY steht auf dem Plan. Der Aston Martin wird auf den Tieflader gehoben, Rossi humpelt an die Box und bekommt eine neue Stoßstange vorne, während der Ferrari lediglich aus dem Kies gezogen werden muss.

Die nächste Runde der Boxenstops unter Grün sieht Dan Harper und Nicki Thiim Stoßstange and Stoßstange aus der Box fahren, in Rivage bremst sich Thiim auf der Innenseite am BMW #998 vorbei. Mathieu Jaminet kommt in dieser Sequenz eine Runde zu spät zum Stop, der Stint von 68 Minuten statt derer 66 führt zu einer Drive-Through für SSR/Herberth. Bei Walkenhorst Motorsport versagt die Hebeanlage vorne links, so dass ein Reifenwechsel entsprechend Zeit kosten wird. Zunächst tankt man nur auf, aber bei 3:45 h Restfahrzeit wird der Reifensatz sicherlich nicht durchhalten.

Drei Stunden stehen noch auf der Uhr. AF Corse führt mit dem Ferrari 296 GT3 #51 vor Comtoyou Racing Aston Martin #007 und Rowe Racing BMW M4 GT3 #998. Auf Rang 4 liegt (noch) Matt Campbell im SSR/Herberth Porsche #92 vorbehaltlich einer Strafe für die Stintzeitüberschreitung gefolgt von Christopher Haase im Tresor Attempto Audi #99. Walkenhorst Motorsport #34 hat somit theoretisch Rang 5 inne, aber WRT #32 ist formatfüllend im Rückspiegel.

Rund 2:45 h vor dem Ende folgt nun die Strafe für SSR/Herberth: Drive Through! Damit geht es auf Rang 8 zurück.

120 Minuten stehen noch auf der Uhr und die Ausgangslage sieht wie folgt aus:

  1. AF Corse #51
  2. Comtoyou #007 +8,1s
  3. Rowe Racing #998 + 27,3s
  4. Team WRT #32 +57,6s
  5. Walkenhorst M’sport + 67,0s
  6. AlManar Racing by GetSpeed +86,8s (1. Gold Cup)

Die Spannung steigt mit jeder Minute, die wir uns dem Finish näheren. Erstes Drama gibt es 83 Minuten vor dem Ende, als dem führenden Bronze Cup Fahrzeug ein Reifenschaden ereilt! Damit ist der Traum für Barwell Motorsports #72 ausgeträumt. Von Rang 6 Gesamt (!) geht es zurück auf 14 und Rang zwei im Bronze Cup.

Rutronik Racing kommt 1:15 h vor Ende zum Boxenstop, das reicht nicht bis zum Schluss. Gut zehn Minuten später steht überraschend der BMW #998 nach nur 36 Minuten in der Box und es geht sich knapp mit der Stintlänge nicht aus. Später wird Augusto Farfus berichten, dass man einen Reifenschaden hatte und so zum Stop gezwungen war. Die #998 ist somit wohl auch aus der Verlosung raus, welch ein Pech.

Und es kommt noch dicker: Fast dem mit Zeigerschlag zum Ende der 23. Stunde rollt der Boutsen VDS AMG GT3 #10 auf Rang 2 im Silver Cup liegend ohne Vortrieb aus. Zwar parkt Aurielien Panis fernab der Strecke auf der asphaltierten Rallyecross Zufahrt vor Eau Rouge, aber Personal und Bergegerät kann nicht ohne FCY eingesetzt werden. Die Rennleitung wartet angesichts der guten Parkposition einige Minuten mit dem Ausrufen der FCY, nicht das Panis doch noch einmal in Gang kommt. Die FCY ist schnell und ohne Safety Car wieder aufgehoben.

Als hätte das Rennen nicht schon alles gesehen, kommt es 49 Minuten vor Ende zu einem rennentscheidenden Drama. Gerade als Alessandro Pier-Guidi zur Box will, quittiert der GRT Lamborghini #19 in der Zufahrt der Boxengasse den Dienst. Angesichts der engen Boxengasse bleibt dem Ferrari nicht anderes übrig, als zu warten! Ziemlich genau eine Minute ist zum Teufel als die Marshals den Huracàn aus dem Weg geräumt haben. Wenigstens ist ein Abschleppwagen am Anfang der Boxengasse stationiert, aber so etwas hätte sich selbst der Regisseur von “Driven” nicht ausdenken können. Bis auf Rang 7 geht es vom sicher geglaubten Platz an der Sonne zurück.

Bei Comtoyou Racing liegen sich die Mechaniker in den Armen, als der letzte Stop ohne klemmende Radmutter oder einem unsafe release abgeschlossen ist.

Eine halbe Stunde vor Schluss hat Pier-Guidi nun den Walkenhorst Aston Martin mit David Pittard im Visier. Der Brite macht in der Anfahrt auf Les Combes innen zu, Pier-Guidi bremst sich außen daneben (aber nicht vorbei!) und es kommt zum Kontakt, als beide gleichauf einlenken. Wer kann es dem armen Italiener verdenken, dass er die Lenkung aufmacht und kräftig Gas gibt. Offenbar hat auch die Rennleitung Mitleid mit AF Corse, aber das man hier innerhalb von 5 Minuten auf eine 10 Sekunden Zeitersatzstrafe für Walkenhorst #34 kommt ist doch zumindest verwunderlich. Ein einfaches “no further action” hätte doch auch gereicht. Die Situation würde in jedem Lehrbuch für angehende Sportkommissare im Absatz “Racing Incidents” stehen.

Alessandro Pier-Guidi hat derweil Julien Andlauer (Rutronik #96) im Visier und macht kurzen und fairen Prozess mit ihm. 20 Minuten vor dem Ende hat Pier-Guidi nun auf Rang drei liegend 47 Sekunden Rückstand auf die Spitze und Max Hesse wird wohl noch einmal zu einem kurzen Boxenbesuch abbiegen, dieser liegt nur 22 Sekunden vor der #51. Es kommt wie es kommen muss. 02:56 Minuten fehlen Rowe Racing um den BMW regelkonform ins Ziel zu bringen, auf Rang 6 geht es wieder auf die Bahn – schade.

Somit gewinnt nach 24h und 478 Runden Comtoyou Racing mit dem neuen Aston Martin Vantage AMR GT3 EVO und den Piloten Mattia Drudi, Nicki Thiim und Marco Sorensen vor AF Corse (Ferrari 296 GT3) mit Alessio Rovera, Davide Rigon und Alessandro Pier-Guidi. Auf der Strecke holt sich Walkenhorst Motorsport mit ihrem Aston Martin Vantage AMR GT3 EVO und David Pittard, Ross Gunn und Henrique Chaves Rang 3, aber da Team WRT mit Dries Vanthoor, Sheldon van der Line und Charles Weerts weniger als zehn Sekunden dahinter liegen, geht Rang drei an die belgische Equipe. Dies entspricht gleichzeitig auch dem Ergebnis im Pro-Cup.

Der Gold Cup geht an AlManar Racing by GetSpeed (Mercedes-AMG GT3 Evo #777) mit Al Zubair/Baumann/Ellis/Grenier auf Rang 7 im Gesamtklassement 1:45.9 min hinter dem Gesamtsieger. Zwei Runden zurück liegt der zweitplatzierte Audi R8 GT3 EVO II von Sainteloc Racing (Evrard/de Wilde/Pla/Magnus), Rang drei geht ebenfalls mit zwei Runden Rückstand an das Haupt Racing Team und Arjun Maini, Jusuf Owega und Michele Beretta (Mercedes-AMG GT3 Evo)

Im Silver Cup siegen GetSpeed (Mercedes-AMG GT3 Evo #3) mit Mettler/Kell/Bartone/Walker auf Rang 25 und vier Runden Rückstand auf den Gesamtsieger. Das Podium komplettieren Dinamic GT #55 Rappange/Blom/Nakken/Nouet (Porsche 911 GT3 R) und Winward Racing #57 (Mercedes-AMG GT3 Evo) mit Sathienthirakul/Arrow/Caresani, beide eine Runde hinter dem Klassensieger

Sieger des Bronze Cups wird Tresor Attempto Racing (Audi R8 GT3 LMS EVO II #66) mit Mukovoz/Newsov/Pereira/Hofer auf Rang 10 eine Runde hinter dem Gesamtsieger. Rang zwei für AF Corse #52 (Machiels/Machiels/Bertolini/Mosca), Dritte werden Barwell Motorsport (Lamborghini Huracan GT3 EVO II #72) mit Rindone/Michelotto/Kujala/Stevenson.

Der Pro-Am Cup entwickelte sich zu einer Art survival of the fittest. Rang eins für CrowdStrike by Riley (AMG GT3 Evo #3) mit Kurtz/James/Catsburg/Braun sechs Runden hinter der Spitze. Rang zwei für Uni Racing Team with Landgraf (AMG GT3 Evo #16) mit Pun/”Rio”/Tse/Dontje 15 Runden hinter dem Klassensieger. Weitere 12 Runden dahinter dann Team RJN (McLaren 720S GT3 Evo #100) mit Buncombe/Caygill/Buncombe/Mardenborough.

Von 66 gestarteten Fahrzeugen sind 45 in Wertung, wobei die drei letztplatzierten der Kessel Ferrari #74 (Alleinunfall Hartshorne) sowie die beiden Unfallbeteiligten von Les Combes (Kessel #8 und Walkenhorst #35 sind).

Die schnellste Runde drehte Marco Mapelli in Runde 365 mit einer 2:16.105 min.

Mit Decision #118 geht es für Tresor Attempto Racing #99 (Haase/Aka/Feller von Rang 11 auf 12 und für Optimum Motorsport #5 von 22 auf 23 zurück (Track Limits). Decision #112 sieht 15 Sekunden für Comtoyou #11 vor (keine Änderung, Pitlane Speed) und die bereits im Text erwähnte Decision 117 bezüglich des Duells Pier-Guidi/Pittard.

Walkenhorst Motorsport legt Berufung gegen diese Decision ein, diese wird aber recht zügig zurückgewiesen.

Endergebnis: Final Classification (subject to appeal)

Über den Autor

Thomas Roth

Thomas Roth

Seit frühester Kindheit mit dem Motorsportvirus infiziert und seit 1998 mit Spiegelreflexkamera an den Rennstrecken unterwegs. Von 2006-2009 und 2018-2022 als Fotograf und Editor für GT-Eins.de im Einsatz und nun mit doublestintmedia.com auf eigenen Beinen.

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