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DTM 2023 – Lausitzring – Rennen 2

von | 20. August 2023

Zweiter Lauf des fünften Rennwochenendes der DTM-Saison 2023 auf dem Lausitzring. Sonntag, 13:30 Uhr.

Der Start geht wieder relativ glatt, vom üblichen Gerangel abgesehen.

Gruppe C Photography

Im hinteren Teil räumt Laurin Heinrich #75, Patric Niederhauser im Audi #83 ab.

An der Spitze hängt Ricardo Feller unterdessen im Heck von Mirko Bortolotti. Nach fünf Runden beträgt der Abstand nur 0,4 Sekunden.

Insgesamt scheint die Hitze für einiges an Aggression zu sorgen. So drängt Marco Wittmann im BMW M4 GT3 #11, Maro Engel im MANN-FILTER Mercedes-AMG #48, ziemlich rücksichtslos in den Dreck ab. Die Aktion steht natürlich sofort under investigation. Die Auseinandersetzung zwischen Heinrich und Niederhauser wird an die Stewards weitergereicht.

Ende von Runde 11, Bortolotti kann Feller einfach nicht abschütteln. Nur 0,26 Sekunden trennen die beiden!

An Ausfällen haben wir bisher Laurin Heinrich im Team 75 Motorsport Porsche 911 GT3 R #75 und Mattia Drudi im ORANGE1 Audi R8 #40 zu beklagen.

Hinter den beiden Führenden robbt sich so langsam auch Clemens Schmid, Geburtstagskind des Wochenendes – er wurde 33 Jahre alt, heran. Und er scheint hervorragend gelaunt zu sein dieses Wochenende in der Lausitz! Allerdings hängen ihm Franck Perera #94 und Thomas Preining #91 im Nacken.

In Runde 16 öffnet das Pit stop window.

Plötzlich hat Perera offenbar ein Problem mit seinen Bremsen und räumt Schmid full speed von hinten ab. Der Funkverkehr ist entsprechend …

Preining ist plötzlich Dritter. Wir sind gespannt auf die Kommentare der Betroffenen, Perera und Schmid.

In Runde 19 wird David Schumacher #27, nach einer Berührung mit Jack Aitken, dem Sieger von gestern, langsam und rollt mit einem Reifenschaden Richtung Box.

Auf Nachfrage in den Boxen erklärt Perera, dass Schmid zu früh gebremst und auch noch seine Linie verlassen habe. Eine direkte Konversation der beiden in der Boxengasse scheint nicht sehr freundschaftlich zu verlaufen…

Dann kommen die drei Erstplatzierten zusammen zum Pflichtstopp – und verlassen in derselben Reihenfolge die Boxengasse.

Clemens Schmid erklärt parallel im Interview, dass er normal gebremst habe und Perera zurzeit offenbar etwas übermotiviert sei. Er (Perera) brauche möglicherweise psychologische Unterstützung! Starker Tobak, aber unmittelbar nach einem solchen Vorfall, vollgepumpt mit Adrenalin, absolut nachvollziehbar.

Die Zahl der Ausfälle, 25 Minuten vor Schluss, hat sich drastisch erhöht. Perera, Schumacher, Niederhauser, Schmid und auch Maro Engel sind nicht mehr im Rennen.

Nachdem die Porsche gestern etwas weg von der Pace schienen, liegen heute gleich drei 911 GT3 R aus Zuffenhausen auf den Plätzen vier, fünf und sechs. Preining #91, Manthey EMA, vor Ayhancan Güven #24, Team 75 Motorsport, der wiederum vor Preinings Teamkollege bei Manthey, Dennis Olsen #90, liegt.

Und ist da noch, komplett unter dem Radar fliegend, ein hervorragend fahrender Luca Stolz im HRT Mercedes-AMG #4. Er hält souverän P3! Mehr noch, er holt sogar langsam auf die Spitze, Bortolotti und Feller, auf. Die Abstände liegen aktuell bei 0,4 respektive 0,5 Sekunden! Tolles Racing!

Dann fehlt plötzlich ein Porsche aus dem Trio. Güven ist ausgeschieden.

Noch kann Mirko Bortolotti die Führung verteidigen, aber wie lange hält er Fellers Druck noch stand?

Selbst auf den Rängen 13+ wird erbittert gekämpft. Wir sprechen von Sheldon van der Linde #1, Luca Engstler #8, Maximilian Paul #19, Tim Heinemann #9 und Jusuf Owega #84. Sie schenken sich absolut gar nichts, aber wie gestern, muss Maximilian Paul auch heute die Segel streichen.

An der Spitze wird es immer enger! Runde um Runde hetzen Bortolotti und Feller, mit nicht einmal einer Wagenlänge Abstand, die Start- und Zielgerade herunter. Bortolotti scheint mit dem Rücken an der Wand zu stehen, aber er verteidigt sich verzweifelt. Feller findet – noch – keinen Weg vorbei.

Am Ende von Runde 40 trennen die beiden nicht einmal mehr 0,2 Sekunden!

Keine fünf Minuten mehr auf der Uhr …

Als die Führenden erneut über Start- und Ziel kommen, ist die Uhr noch nicht abgelaufen. Das bedeutet noch 2 Runden. Runde 46 wird die letzte sein.

Das Schild “Final lap” wird gezeigt. Versucht Feller eventuell noch eine Verzweiflungsaktion? Nein, es gibt einfach keine Chance.

Mirko Bortolotti bringt den Sieg nach Hause! Der erste Zweifachsieger der Saison. Ricardo Feller wird ein hervorragender Zweiter und nicht minder toll das Ergebnis für Luca Stolz, längst überfällig! Er musste schließlich seit Zandvoort auf sein zweites Podium der Saison warten.

Gruppe C Photography

Preining gelingt mit P4 zumindest Schadensbegrenzung, dennoch verliert er die Tabellenführung an Bortolotti.

Die schnellste Rennrunde geht heute mit einer 1:21.174 min. in Runde 20 an den Drittplatzierten Luca Stolz im HRT Mercedes-AMG #4. Well done!

Die nächste Runde der diesjährigen DTM Saison findet vom 8. Bis 10. September 2023 auf dem Sachsenring bei Hohenstein-Ernstthal statt.

So long, see you there!

Über den Autor

Dr. Werner Koch

Dr. Werner Koch

Seit der Kindheit motorsportbegeistert und in der Nähe des Nürburgrings geboren und aufgewachsen. Studium der Fahrzeugtechnik (Dipl.-Ing.) und Medizin (Dr. med. - FA für Allgemeinmedizin). Früher war er als Freier Journalist, Redakteur bei motorsport-guide und GT-EINS. Seit Anfang 2023 betreibt er mit Journalisten-Kollege und Fotograf, Thomas Roth, die gemeinsame eigene Webseite doublestintmedia.com.

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