Nach 10 Jahren konnte Mercedes-AMG wieder das 24h-Rennen am Nürburgring gewinnen. Wie schon 2016 gehörte Maro Engel zum Aufgebot des von Winward Racing eingesetzten Mercedes-AMG Team Ravenol AMG GT3 #80, den er sich mit Luca Stolz, Fabian Schiller und Maxime Martin teilte. Lange Zeit sah es nach einem Doppelerfolg für Mercedes-AMG aus, doch eine defekte Antriebswelle verhagelte das Debüt von Formel 1 Star Max Verstappen.

54. ADAC RAVENOL 24h Nürburgring 2026 – Foto: Gruppe C Photography
Am Samstag um 15:00 schickte Rennleiter Walter Hornung die 159 Teilnehmer auf die Hatz zweimal rund um die Uhr. Bei 10° Außentemperatur war es wenigstens trocken, aber die Regenfälle der letzten Tage sorgten zumindest auf den Parkplätzen noch für widrige Bedingungen für die 352.000 Zuschauer.
Marco Mapelli im Red Bull Team ABT Lamborghini Huracán GT3 Evo2 beschleunigte dabei zu früh und handelte sich eine Zeitstrafe ein. Im Haug-Haken kamen sich dann Bortolotti im zweiten Abt-Lamborghini und Juncadella im Mercedes-AMG Team Verstappen Racing AMG GT3 zu nahe, in der Folge erlitt Bortolotti einen Reifenschaden. Glück im Unglück passierte dies doch kurz vor der Auffahrt auf die Nordschleife und der Italiener konnte vom GP-Kurs direkt in die Box abbiegen. Dan Harper im Rowe-BMW M4 GT3 wurde in der Goodyear-Kehre in einen Dreher gezwungen.
Nach 14 Runden begann das Drama in der SP9 Topkategorie. Thierry Vermeulen im Ferrari 296 GT3 Evo von Realize Kondo Racing by Rinaldi und ein Porsche Cayman wurden sich im Hatzenbach nicht einig und der Niederländer schlug in die Leitplanken ein. Somit war nach etwas über zwei Stunden das erste Fahrzeug aus dem erweiterten Favoritenkreis ausgeschieden. Keine Viertelstunde später kam es dann zu einer skurrilen Szene im Pflanzgarten. Alexander Sims im Scherer Sport PHX Audi R8 fuhr auf seinen Vordermann im KCMG AMG GT3 auf. Sims trug hierbei keine Schuld, da die Streckenposten Doppelgelb -> Grün -> Code 60 zeigten. Somit waren zwei weitere Autos aus der Spitzengruppe eliminiert.
Eine Ölspur einen Cup2-Porsche sorgte dann für das Aus des Grello im Brünnchen. Kevin Estre war nur noch Passagier und stellte den Porsche 911 GT3 mit starken Beschädigungen am Heck im Bellof-S ab. Kaum war die Unfallstelle geräumt, erwischte es dort auch Arjun Maini im HRT Ford Mustang #64 mit einem heftigen Einschlag in die Leitplanken. Rowe Racing musste nach knapp 8 Stunden das Fahrzeug mit der #1 mit technischen Problemen zurückziehen, in den späten Nachtstunden verunfallten dann Morris Schuring und Alessio Picariello mit den beiden Porsche von Falken respektive Dunlop Motorsport im Überrundungsverkehr.
Unbeeindruckt dessen zogen die beiden AMG GT3 von Winward Racing an der Spitze ihre Runden und hielten die Fahrzeuge unbeschädigt und straffrei. Mit einem starken Doppelstint in der Nacht und am frühen Morgen sorgte Max Verstappen dafür, dass das Pendel eher in Richtung der #3 zu schwenken schien. Doch kaum hatte Dani Juncadella übernommen fiel zunächst das ABS aus und kurze Zeit später kamen noch metallische Geräusche dazu: Ein Schaden im Bereich der Antriebswelle drei Stunden vor dem Ende – unverdient!

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So kam es hinter dem überlegen führenden AMG von Engel/Stolz/Schiller/Martin zu einem Fernduell um die Podiumsplätze zwischen dem Polesitter Red Bull Team ABT Lamborghini #84 mit Bortolotti/Engstler/Niederhauser, dem Walkenhorst Motorsport Aston Martin #34 mit Drudi/Thiim/Krognes/Laser, dem verbliebenen Rowe Racing BMW M4 mit Harper/Hesse/van der Linde/Vanthoor und dem BMW M3 Touring 24h aus der SP-X Klasse mit Klingmann/de Wilde/de Philippi/Verhagen. Luca Engstler übersah den Wechsel einer Slow Zone zur Code 60 und bekam eine 86 Sekunden Strafe aufgebrummt, die bis zum Rennende über dem Trio schwebte und nachträglich zur Rennzeit addiert wurde.

54. ADAC RAVENOL 24h Nürburgring 2026 – Foto: 24h Nürburgring Presse
In den letzten Runden setzte leichter Regen ein und während Bortolotti auf Slicks unterwegs war, konnte Drudi auf geschnittenen Slicks kräftig aufholen. Doch als hätte die Grüne Hölle den SP9-Teilnehmern nicht schon genügend Streiche gespielt blieb zwischen Bortolotti und Drudi ein Fahrzeug auf der Döttinger Höhe liegen und die Code60-Zone beraubte dem Walkenhorst-Team den wohl schon sicher geglaubten zweiten Platz.

54. ADAC RAVENOL 24h Nürburgring 2026 – Foto: 24h Nürburgring Presse
Resultat: Overall Classification








