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NLS6 – 2026: 1. ADAC Eifel-Trophy

von | 20. Juni 2026

Wegen der Überschneidung mit dem dritten Saisontermin der DTM / ADAC GT Masters am DEKRA Lausitzring greifen wir erneut auf den Rennbericht unseres Kollegen Patrik Koziolek, ks media, VLN Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, zurück. Herzlichen Dank vom Lausitzring in die Eifel, Patrik!

Der sechste Lauf der ADAC RAVENOL Nürburgring Langstrecken-Serie endete mit einem echten Fotofinish. Bei Kaiserwetter und hochsommerlichen Temperaturen, die Mensch und Material auf der Strecke alles abverlangten, feierten Nico Menzel und Sven Müller nach 4:09:46,280 Stunden im neuen Dunlop-Porsche 911 GT3 R einen historischen Erfolg. Das Duo überquerte bei der 1. ADAC Eifel-Trophy die Ziellinie mit einem Vorsprung von gerade einmal 0,319 Sekunden. Für Menzel war es der fünfte Sieg seiner NLS-Karriere, während Müller seinen siebten Gesamtsieg verbuchte. Das Duo setzte sich nach 27 Runden knapp gegen Jens Klingmann und Robin Frijns im BMW M4 GT3 EVO von Schubert Motorsport durch. Den dritten Platz sicherte sich die Pro-Am-Besatzung von 48 LOSCH Motorsport by BLACK FALCON: Patrick Assenheimer, Tobias Müller und Dylan Pereira steuerten ihren Porsche 911 GT3 R EVO nach einer fehlerfreien Teamleistung auf den verbleibenden Podiumsplatz.

Im Zeittraining zeigten zunächst Christian Krognes und Mateo Villagomez im Aston Martin Vantage GT3 EVO von Walkenhorst Motorsport ihr Potenzial. Mit einer Rundenzeit von 7:54.452 Minuten sicherte Krognes dem Team die Pole-Position. Der Norweger behauptete die Führung auch beim Start und bog als Spitzenreiter in die erste Kurve ein. Im weiteren Rennverlauf verlor der Aston Martin jedoch während der ersten Boxenstopp-Phase an Boden und musste die Spitzengruppe ziehen lassen. In der allerletzten Rennrunde büßte das Walkenhorst-Team einen weiteren Platz ein, als Adam Christodoulou, Jake Hill und Kyle Tilley im Mercedes-AMG GT3 von PROsport racing im Endspurt vorbeizogen und sich Rang vier sicherten. Für die Pole-Setter blieb am Ende der fünfte Gesamtrang.

NLS6: 1. ADAC Eifel Trophy, Nürburgring-Nordschleife 2026 – Foto: Gruppe C Photography

Taktischer Undercut und spätes Drama auf der Strecke

Die Entscheidung um den Gesamtsieg wurde maßgeblich durch die Boxenstrategie im ersten Renndrittel beeinflusst. Während ein Großteil der Top-Fahrzeuge bis zur siebten Runde auf der Strecke blieb, steuerten der Dunlop-Porsche 911 GT3 R und der Schubert-BMW bereits nach der sechsten Rennrunde die Boxengasse an. Durch diesen vorgezogenen Stopp schob sich das Duo an die Spitze des Feldes, wo Menzel im zwölften Umlauf die Führung übernahm.

Auf Podiumskurs lag lange Zeit auch der Porsche 911 GT3 R von Falken Motorsports mit Klaus Bachler und Tim Heinemann. Ein Reifenschaden hinten links in der 21. Runde zwang das Team jedoch, das Fahrzeug vorzeitig abzustellen, wodurch Black Falcon den dritten Rang übernahm. In den Schlussrunden holte Klingmann im BMW M4 GT3 EVO durch dichten Überholverkehr und eine späte Code-60-Phase stark auf den führenden Porsche auf. Müller behielt im Verkehr jedoch die Nerven und verteidigte die Führung im Schlusssprint bis zur Ziellinie.

NLS6: 1. ADAC Eifel Trophy, Nürburgring-Nordschleife 2026 – Foto: Gruppe C Photography

Erleichterung nach harter Arbeit in den Cockpits

Nach der Zieldurchfahrt stand den Fahrern die intensive Anspannung der letzten Runden ins Gesicht geschrieben. Müller erklärte im Hinblick auf den knappen Ausgang sichtlich bewegt: „Ich glaube, enger hätte es nicht sein können. Das haben wir uns zum Schluss auch nicht vorgestellt, dass es so eng wird.“ Sein Teamkollege Menzel ergänzte erleichtert: „Nix mehr da in Sachen Fingernägel! Mir ist so ein bisschen das Herz in die Hose gerutscht, als in der letzten Runde noch eine Code 60 dazukommt.“ Auch beim zweitplatzierten Team von Schubert Motorsport zog Klingmann trotz des knapp verpassten Triumphs ein positives Fazit: „Es hat auf jeden Fall Spaß gemacht. Auf der Strecke war wirklich viel los und alles ziemlich messy da draußen. Aber ja, am Schluss ist es P2 geworden. Ich denke, wir können trotzdem zufrieden sein.“ Angesprochen auf die extremen Temperaturen ergänzte Pereira: „Das war ein heißes Rennen, aber wir haben uns durchgekämpft. Am Ende stehen wir auf P3 im Gesamtklassement und P1 in der Pro-Am. Wir sind happy!“

Raphael Rennhofer zum Fahrer des Rennens gekürt

In der Cup-2-Klasse der Porsche Endurance Trophy Nürburgring zog Raphael Rennhofer die Aufmerksamkeit auf sich. Am Steuer des Porsche 911 GT3 Cup mit der Startnummer 902 vom Team LIQUI MOLY by BLACK FALCON zeigte der Nachwuchsfahrer eine starke Leistung im hart umkämpften Markenpokal. Aufgrund dieses starken Auftritts ernannten ihn die ILN, die Rennleitung und die Streckensprecher gemeinschaftlich zum „Fahrer des Rennens“.

ADAC RAVENOL Nürburgring Langstrecken-Serie 2026, 1. ADAC Eifel Trophy (2026-06-20): #902 – Raphael Rennhofer (Team LIQUI MOLY by BLACK FALCON) – Porsche 911 GT3 Cup (CUP2). Foto: Jan Brucke/VLN

Rennhofer, der gemeinsam mit Ryan Harrison und Leon Wassertheurer auf Rang zwei der Klasse ins Ziel kam, kommentierte den Erfolg begeistert: „Ja, das ist super cool! Ich war sehr zufrieden mit meiner eigenen Leistung, hatte das Gefühl, dass das mein bestes Rennen bis jetzt auf der Nordschleife war. Dass das auch den Offiziellen aufgefallen ist, macht mich stolz.“ Der Klassensieg in der Cup-2-Klasse ging unterdessen an Nico Bastian und Martin Rump im Porsche 911 GT3 Cup von Mühlner Motorsport.

Resultate: Rennergebnis

Weiter geht es in der 50. NLS Saison am 1. August 2026, mit NLS7 – 2026: KW 6h ADAC Ruhr-Pokal-Rennen.

Über den Autor

  • Seit der Kindheit motorsportbegeistert und in der Nähe des Nürburgrings geboren und aufgewachsen. Studium der Fahrzeugtechnik (Dipl.-Ing.) und Medizin (Dr. med. - FA für Allgemeinmedizin). Früher war er als Freier Journalist, Redakteur bei motorsport-guide und GT-EINS. Seit Anfang 2023 betreibt er mit Journalisten-Kollege und Fotograf, Thomas Roth, die gemeinsame eigene Webseite doublestintmedia.com.

    Chefredakteur

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